Ein Stückchen nördlich von Flagstaff, im San Francisco Volcanic Field, befindet sich der Sunset Crater und das dazugehörige National Monument. Wer jetzt hier denkt, die San Francisco Peaks hätte ihren Namen von der Stadt, der irrt. 1629, also noch 147 Jahre vor der Stadt San Francisco, gründeten spanische Mönche eine Mission in einem Hopi-Dorf und benannten es nach St. Francis, auch bekannt als Franz von Assisi.

Für uns ging es früh los, denn wir hatten inzwischen gelernt, dass Nationalparks und National Monuments um so früher um so schöner sind. Es sind einfach weniger Leute unterwegs. Unsere erste Station war dann auch der Sunset Crater. Das National Monument kostet Eintritt, fünf Dollar, gültig für sieben Tage. Wir „zahlten“ mit unserem National Park Pass.

Der gut 340 Meter hohe und gut 1000 Jahre alte Krater kann zumindest an einem Teilstück an der Basis bestiegen werden. Früher war es möglich ganz nach oben zu steigen, doch die Schäden, die Wanderer verursacht haben, brachten den National Park Service dazu, den Trail zu schliessen. Obwohl der Trail nach ganz oben wieder mit Basalt aufgefüllt wurde, was inzwischen etwa 30 Jahre her ist, kann man immer noch erkennen wo er in Serpentinen nach oben führte. Es erscheint unglaublich, wie viel Schaden in kurzer Zeit entstehen kann und wie lange das auch sichtbar ist. Am Startpunkt des kurzen Trails ist natürlich ein Parkplatz und gegenüber kann ein großes Lavafeld begutachtet werden.

Nicht viel weiter gibt es einen größeren Parkplatz. Von hier führt ein etwa 1,6 Kilometer langer Trail durch den Bonito Lava Flow. Die Basaltblöcke, die der Vulkan hier hinterlassen hat, können hier hautnah bestaunt werden. Teilweise sind sie mit neongelben Flechten überzogen. Spannende gezwirbelte Bäume, die sich so wohl besser gegen Umwelteinflüsse zu schützen wissen, stehen auf der Fläche und machen den Trail zu einem interessanten Ausflug auf dem es viel zu gucken gibt. Als wir zum Auto zurück kommen staunen wir nicht schlecht: Heerscharen von Wespen schwirren um die Front unseres Jeep und tun sich in der Sonne an den Insektenresten gütlich.

Ein schöne Geschichte ist auch, wie es dazu kam, den Sunset Crater als National Monument aufzunehmen. 1928 plante ein Hollywood-Studio hier den Film „Avalanche“ zu drehen. Als bekannt wurde, dass das Studio einen Teil des Vulkans sprengen wollte um eine Lawine zu erzeugen, begannen die Gegner laut zu werden. Das ganze führte dazu, dass Herbert Hoover 1930 das Sunset Crater National Monument gründete.

Wir fahren weiter zum Wupatki National Monument. Es ist direkt an das Sunset Crater National Monument angeschlossen, und beide werden gemeinsam verwaltet. Im Wupatki Monument wurden alte indianische Pueblo-Ruinen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die ersten Siedler, Sinagua und Anasazi, kamen im Jahre 500 hier her. Die erste Abwanderung von Bewohnern begann nach dem Vulkanausbruch des Sunset Craters vor 100o Jahren. Durch die Asche, die der Vulkan verteilte, wurde der Boden immer unwirtlicher. Bis um 1180 hielten es aber noch rund hundert Siedler aus, um 1225 wurde die Siedlung dann komplett aufgegeben.

Wupatki bedeutet „Hohes Haus“ bei den Hopi und besteht aus mehr als 100 Räumen auf mehreren Etagen. Es ist eines der besterhaltenen Gebäude hier. Man glaubt, es handelt sich um das größte Gebäude der Zeit in der Region. Die Gebäude werden vom National Park Service so erhalten, wie sie vorgefunden wurden. Nur stützende Massnahmen werden vorgenommen, damit Besucher sie so natürlich wir möglich erleben können. Einige andere Ruinen der Gegend sind auch in Besuchspunkte umgewandelt, der Rest, der nicht durch Strassen erreichbar ist, darf nicht betreten werden.

Als wir aus dem Wupatki National Monument raus fahren, ist es gerade mal Mittag. Unser Timing war gut, denn die Bustouren kamen erst nach uns. Wir beschliessen noch nach Sedona zu fahren. Die Strecke ist sehr schön. Der Highway 89A führt von Flagstaff erst ein Stück parallel zur Interstate 17, hier gibt es noch nicht viel zu sehen, dann biegt er in die Berge ab. Ganz plötzlich taucht ein Aussichtspunkt mit dem üblichen blauen „Scenic View“-Schild auf. Und ab hier wird es dann spannend. Auf einmal beginnt sich der Highway als enge Strasse den Berg hinunter zu winden. Wie auf den Serpentinen der Alpen kommen wir uns vor. Atemberaubenden Anblicke der Hänge und Abgründe lassen uns staunen. Teilweise besteht der Fahrbahnrand nur aus einer rostigen Leitplanke.

Erst gut 1000 Meter weiter unten kommen wir dann in Sedona an. Und wir sind enttäuscht. Die Main Street, wie sie das hier nennen, ist nichts anders als eine künstliche Ansammlung von Läden und Touristenattraktionen. Das hier ist alles Fake. Erst dahinter kommt nach zwei Kreiseln das richtige Sedona, was dem Verkehr nach zwar lebhaft ist, aber von der Optik eher tot aussieht. Was wir nicht gesehen haben, was aber ganz toll sein soll, sind die roten Sandsteinformationen rund um Sedona. Dafür hatten wir dann nicht mehr genug Zeit.

Auf der Rückfahrt haben wir die Wahl zwischen dem längeren Weg über den Interstate oder noch ein mal die Serpentinen. Wir entschliessen uns für letzteres. Es war einfach zu schön.