Um nicht wieder in großen Trubel zu kommen verlassen wir das Grand Canyon Village früh. Wir checken in der Bright Angel Lodge aus. Die Bar vom Vortag wurde inzwischen in ein Cafe umfunktioniert. Wir holen uns einen für den Ort erstaunlich günstigen Kaffee zum Mitnehmen. Er schmeckt dann auch erstaunlich schlecht. Es ist noch etwas umständlich, aus dem Village raus zu kommen. Die meisten Strassen sind Einbahnstrassen, und die Fahrt zieht sich etwas.

Die Arizona State Route 64 ist hier auch der US Highway 180, dem wir nach Süden folgen. Wir kommen durch einige neu gebaute Hotelanlagen durch und landen in einem Ort, der auf der Google-Karte keinen Namen zu haben scheint. Allerdings gibt es hier einen Grand Canyon Valle Airport, der Ort könnte also auch so heissen. Wir nennen ihn Bedrock City. Ziemlich genau da, wo die 180 die 64 wieder verlässt, liegt Bedrock City, ein Flintstones Vergnügungspark. Schon am Eingang begrüßt uns Fred Feuerstein. Den Park gibt es seit 1972, und man sieht ihm an, dass er nicht mehr der neueste ist. Flintstones Fans sind hier richtig – im Diner gibt es sogar einen Bronto Burger.

Nur ein paar hundert Meter weiter gibt es das Planes of Fame Air Museum. Einige schöne Ausstellungsstücke, unter anderem eine Constellation, stehen hier vor der Tür. Leider sind wir zu früh und das Museum hat noch geschlossen. Wir hätten es uns gerne angesehen, aber eine Stunde wollen wir dann auch nicht noch warten.

Die Fahrt führt uns weiter bis nach Williams. Dort ist auch die Auffahrt zur Interstate, somit hätten wir direkt nach Phoenix, unserem nächsten Ziel, weiterfahren können. Doch ganz spontan folgen wir den Schildern der Route 66 und landen mitten im Ort. Hier gibt es den Bahnhof, der die Grand Canyon Railroad bedient, und direkt daneben ein Visitor Center. Wir gehen rein und sofort sind drei Angestellte für uns da, die wohl nur in Ruhe ihren Sonntagsmorgenkaffee hier trinken wollten. Wir fragen, ob es einen Weg nach Phoenix gibt, der nicht über die Interstate führt. Den gibt es, sagen sie uns. Wir müssten nur die Interstate 40 bis Ash Fork fahren und dann auf dem Highway 89 nach Prescott.

Auf der Strecke nach Prescott dachten wir uns erst, dass es vielleicht doch besser gewesen wäre, den Interstate zu nehmen, denn es geht einfach nur in der Ebene gerade aus. Erst kurz vor Prescott wird es etwas belebter und wir haben ein bisschen Abwechslung. In Prescott verfranzen wir uns dann. Statt der 89 weiter zu folgen kommen wir auf die 89A und halten uns an die Schilder nach Phoenix, womit wir erst auf Highway 89 und dann doch auf dem Interstate 17 landen.  Eine Abfahrt später tanken wir und schwupps landen wir im Stau. Zwölf Meilen stehen wir mehr als wir rollen, und nach gut zwei Stunden geht es dann auch weiter.

Nach einer Weile ereignisloser Fahrt landen wir in Phoenix und sind froh dass Sonntag ist. Sechspurige Strassen führen in die Stadt und hindurch. Doch nach einiger Zeit macht die Verkehrsführung Sinn. Bin ich auf der Spur ganz links und diese hat A als Ziel beschildert so bin ich an der Abfahrt nach A automatisch auf der Abfahrt. Ganz ohne großes Spurwechseln. Das ist durchdacht. Doch als wir dann vom Interstate runter sind, haben wir uns komplett verfranzt. Dazu kommt noch der Kanal, der quer durch Phoenix führt und an dem Straßen gerne mal auf der einen Seite aufhören und auf der anderen weiterführen – ohne Über- oder Unterquerung.

Nachdem wir eine Weile Runden durch Phoenix gedreht haben und das Einkaufscenter, das wir suchten nicht gefunden haben, beschliessen wir nach Downtown zu fahren. Kurz davor liegt unser Motel, das Americas Best Value Inn. Wir hatten Phoenix nur als Zwischenziel auf der langen Strecke nach Tucson eingeplant. Jetzt, hier angekommen, sehen wir, dass es nicht nötig gewesen wäre. Wir haben hier keine Pläne. Also sehen wir uns ein bisschen in einem mexikanischen Supermarkt um, und beenden den Tag.