Nach einer kalten Nacht packen wir früh das Auto. Im Laden, der zur Lobby des Jacob Lake Inn gehört, kaufen wir noch einen Kaffee und ein paar der Kekse, die hier selbst gebacken und doch so gut sein sollen. Wir tanken an der Nachbartankstelle noch voll, haben wir doch irgendwo gelesen man solle immer tanken, wenn man in einen Ort rein und wenn man wieder raus fährt. Den Tipp halten wir für etwas übertrieben, aber ohne das Wissen wann wir der nächsten Tankstelle begegnen, haben wir uns vorgenommen mit halb vollem Tank auch zu tanken.

Zurück vom North Rim und Jacob Lake fahren wir ein Stück der gleichen Route die wir gekommen sind. Dieses mal halten wir an dem Aussichtspunkt auf der Bergkuppe, die wir am Vortag verpasst haben. Aussichtspunkte gibt es auf den Strecken an den Nationalparks, die auch Scenic Byway genannt werden, viele. Gut ausgeschildert sind sie auch, denn frühzeitig weissen blaue Schilder mit dem Text „Scenic View“ darauf hin.

Wir machen eine kurze Pause in Kanab und dann im Angel Canyon. Hier hat das Wasser eine Nische im Felsen hinterlassen, in deren Schutz schon die ersten Siedler gehaust haben. Heute wird die Ecke noch für Veranstaltungen genutzt. Etwas weiter begutachten wir noch eine Höhle. Zumindest halten wir es erst dafür, doch dann erkennen wir, dass es ein künstlicher Durchbruch sein muss, der das Wasser unter dem Berg und der darauf befindlichen Höhle durch leiten soll.

Dann stehen wir auch schon vor dem östlichen Eingang des Zion National Parks. Wir zücken unseren nun vorhanden National Park Pass und dürfen passieren. Wer den Einmal-Eintritt bezahlt, dem sei gesagt, dass das Ticket sieben Tage gültig ist. Man sollte es also gut aufheben. Auch in Zion lohnt sich das Aufheben, denn der Park hat mehrere Eingänge.

Kurz nach der Einfahrt wartet der erste Aussichtspunkt auf uns. Checkerboard Mesa zeigt seine tollen Strukturen auf dem Stein. Es ist erst mal schwer vorstellbar dass diese faszinierenden Strukturen von Winden geschaffen wurden. Als wir gerade wieder fahren wollen, trifft auf dem Parkplatz eine Biker Gang ein. Unsere erste große Ansammlung Harleys. Beim genaueren Hinsehen entpuppt sich das ganze aber als geführte deutsche Reisetruppe.

Über die Nationalparkstrasse fahren wir durch die bergige Landschaft von Zion. Fast alles ist rot, an fast jeder Ecke müssen wir anhalten und staunen. Auch hier, wie am Grand Canyon, lässt sich das ganze nicht so einfach beschreiben. Und auch hier sind wir der Meinung, die Bilder sagen nicht mal ansatzweise aus, wie beeindruckend das alles hier ist. Wir stossen auf einen Tunnel, der in den 1930er Jahren durch den Stein gehauen wurde. Die Strasse ist so schmal, dass bei breiteren Fahrzeugen eine Spur gesperrt wird. Auf der anderen Seite führen uns Serpentinen nach unten in das Tal und zu den Aussichtspunkten mit Blick auf die Berge nach oben. In der Ferne erkennen wir sogar einen Tunnelknick, der kurz ans Freie kommt. Wir fahren weiter und plötzlich sind wir aus dem Park wieder raus. In Springdale haben wir uns bei der Cliffrose Lodge für zwei Nächte eingemietet. Es ist noch zu früh und das Zimmer ist noch nicht bereit. Wir nutzen das als Gelegenheit und verabschieden uns wieder.

Die Parkverwaltung hat es schlau gemacht. Es gibt zwei Shuttle-Bus-Linien. Eine fährt den kompletten Ort an und entlädt ihre Passagiere direkt am Fußgänger-Eingang zum Zion National Park. Das schöne ist, der Bus kostet nichts. Im Park fährt die zweite ein mal rein in das Tal und zurück. Auf der Parkkarte entdecken wir einen Archaeology Trail, der direkt am Shuttle startet. Wir folgen dem Weg, finden ein paar seltsame Pflanzen, doch ausser einer Infotafel ist nichts von Archäologie zu sehen. Langweilig, mehr nicht. Zurück am Shuttle füllen wir unserer Flaschen auf. Wie am Grand Canyon gibt es hier Wasserhähne zum Abzapfen.

Mit dem Shuttle fahren wir die komplette Route bis zur Endstation. Ein Band spielt einen hilfreichen Infotext ab, der wirklich vieles Interessantes über das Tal und den dazugehörigen Virgin River erzählt. Auf dem Rückweg steigen wir am Weeping Rock aus. Ein Trail, hier sogar betoniert, führt bis zu dem weinenden Felsen. Wasser tropft an dieser Stelle aus dem Fels, und Pflanzen haben sich in der Nische angesiedelt. Der dazugehörige Earthcache ist da natürlich auch schnell erledigt. Wir sind immer noch baff, wenn wir zu den hohen Felswänden um uns herum hochblicken.

Mit dem Shuttle geht es zurück nach Springdale. Wir können jetzt unser Zimmer beziehen, gegen die Hütte vom Vortag ist es fast Luxus. Den Rest des Abends verbringen wir mit Stöbern im örtlichen Bio-Supermarkt und mit einer Pizza im Flying Monkey, einer wirklich empfehlenswerten Pizzeria mit Holzbackofen.