Hinter Page wird es erst ein mal flach. Es gibt hier nicht viel zu sehen. Sobald man das markante Kohlekraftwerk passiert hat, geht es praktisch nur geradeaus, Wüste, eintönige Landschaft. Direkt hinter Page sagt das Schild schon „Navajo Country“, wir befinden uns in Indianerland. Hier ist alles ein bisschen anders. Entfernungen auf Straßenschildern sind nicht nur in Meilen, sondern auch im km angegeben, man hat seine eigene Polizei und auch seine eigene Zeitzone. Während Utah Sommer-/Winterzeit hat und Arizona nicht, haben die Navajo in Arizona wieder Sommer-/Winterzeit. Wir haben es vermieden, die Uhr öfters umzustellen, mit der einen Stunde kamen wir auch so klar.

Ein langer Schienenstrang führt von dem Kohlekraftwerk weg. Wir schütteln nur den Kopf ob der Möglichkeiten, die hier mit Solarenergie verfügbar wären. Flächen gäbe es genug. Erst nach gut hundert Meilen folgt wieder etwas Abwechslung, Unser Highway endet und führt auf einen anderen. Schon bald finden wir das Schild zum Navajo National Monument, unserem ersten Ziel. Hier geht es nun wieder in Kurven in die Berge. Doch erst fahren wir unter einem Förderband durch, das Kohle aus den Bergen zu dem anderen Ende des Schienenstrangs bringt.

Das Navajo National Monument ist nicht gut besucht. Zum Glück für uns, so haben wir abgesehen von einer kleinen Truppe, die nur ein Foto machen will, unsere Ruhe. Der Eintritt ist frei, ein Ranger, wohl Navajo, versucht freundlich zu helfen. Wir schlagen den Weg zum Trail ein, der uns zum Aussichtspunkt führt. Unterwegs sind immer wieder Tafeln aufgestellt, die die heimischen Pflanzen und deren Verwendung durch die Navajo erklären. Am Ende landen wir auf dem Aussichtspunkt, gegenüber im Canyon sind noch erhaltene Wohnstädten der Klippenbewohner zu sehen. Näher kommt man nicht ran. Interessant ist es schon, aber wirklich nur einen kurzen Stopp wert.

Der Highway führt uns weiter zum Monument Valley. Doch erst machen wir noch einen Stopp gegenüber bei Gouldings Trading Post. Nach der Zahl der Busse hier zu urteilen scheint es ein beliebter Touristenstopp zu sein. Eigentlich ist es eine Pseudo-Western-Stadt mit Hotel, Laden, Restaurant, Tankstelle und allem anderen, was man sonst auch nicht braucht. Direkt gegenüber ist ein Kleinflughafen, an dem Rundflüge in die Region starten.

Hinter dem Navajo Visitor Center geht es noch ein mal drei Meilen die Straße lang bis zum Kassenhäuschen. Hier sind pro Person fünf Dollar Eintritt fällig – und zwar zwingend in bar. Es gibt natürlich ein Besucherzentrum am Monument Valley, daneben das einzige Hotel, The View, wo wir übernachten wollen. Nach einem Snack auf der Terrasse fahren wir unser Auto in das Valley. Eine 17 Meilen-Ringstrasse, natürlich nicht asphaltiert, führt um die Felsen des Valley.

In mehreren Reiseführern und auf vielen Websites steht: Schaffst Du die erste halbe Meile, dann schaffst Du die komplette Strecke. Nun, die erste halbe Meile gestaltet sich für uns als unerfahrene Offroad-Fahrer schon anspruchsvoll. Es ist kurvig, teils steil, und die Absätze einzelner Felsbrocken doch schon recht hoch. Wir haben kein Problem mit der Bodenfreiheit, doch viele fahren mit ihren Mietlimousinen hier durch. Manche sogar mit Sportwagen. Regelmässig ist das Krächzen von Metall auf Stein zu hören.

Gemütlich fahren wir über die Piste und halten immer wieder an, um Bilder zu machen. Auch hier beobachten wir das gleiche, was wir schon an anderen Orten gesehen haben. Manche spulen einfach nur ihr Programm ab und fahren stur durch ohne wirklich hinzusehen. Die Felsblöcke zeigen sich von jeder Seite anders. Es ist spannend, die Veränderungen zu beobachten, und lustig wird es, als wir auf der Seite ankommen, auf der sie nach Elefanten aussehen.

Wir checken im The View ein. Der Komplex ist so gebaut, dass alle Zimmer einen Balkon mit Blick auf das Monument Valley haben. Zum Sonnenuntergang setzen wir uns auf den Balkon und beobachten die Lichtspiele auf den Felsbrocken. Auf der Strasse unter uns schrabbert es immer noch regelmässig – Metall auf Stein.

Im Hotelrestaurant essen wir zu Abend. Navajo-Food gibt es. Wir bestellen eine gemischte Vorspeise und einen gemischten Hauptgang. Zu zweit werden wir bei den Portionen, die hier für eine Person gedacht sind, locker satt und es bleibt sogar was übrig. Dazu gibt es Navajo-Tee, eine Kräutermischung aus der Region. Einzig der Service fällt etwas unangenehm auf. Nicht weil er schlecht ist, sondern weil er zu anwesend ist. Das Essen ist gut.