Von Hamburg bis Hawaii

Unterwegs in aller Welt

USA2014 – Tag 10 – Canyonlands National Park

Wieder ist es der Wetterbericht bzw. die Vorhersage, die unsere weiteren Reisepläne festlegt. Lange haben wir damit gehadert, die weite Strecke auf die andere Seite Utahs zu fahren, zumal eben das Wetter sehr wechselhaft war, und wir nicht in einem Schneesturm landen wollen. Doch das Wetter ist uns wohl gesonnen und sagt für die nächsten Tage Gutes voraus.

USA 2014 - Tag 10

Wir packen also früh in Bryce Canyon City unsere Sachen, füllen den Tank des Wagens auf, besorgen uns Kaffee und Donuts und machen uns auf den Weg. Zwei Routen hätten wir zur Wahl: Langsam durch die Berge oder etwas weiter – aber schneller – über den Interstate. Da wir noch etwas vom Canyonlands National Park sehen wollen, entscheiden wir uns für letzteres.

USA 2014 - Tag 10

Wir fahren den Highway 12 zurück zum Highway 89 und biegen nach Norden ab. Die Strecke zieht sich mehr als wir dachten. Unterwegs halten wir noch kurz am Big Rock Candy Mountain. Nicht nur wegen dem Earthcache, sondern auch weil der Name auch für einen Song steht, der ab hier dann natürlich zum Ohrwurm wird.

USA 2014 - Tag 10

Irgendwann erreichen wir dann Sevier und damit die Interstate 70. Bis Salina ist es noch eine normale Interstate. Doch in Salina sehen wir die ersten Anzeichen dafür, dass es bald einsam werden kann. „No Services – Next 110 Miles“. Und es wird auch so. Abgesehen von ein paar Rastplätze, Parkplätzen mit Toiletten, die „View Point“ genannt werden, gibt es auch nur ein paar Abfahrten. Keine Tankstellen, keine Orte, Nichts.

USA 2014 - Tag 10

Wir halten an einem der View Points und wundern uns über die Indianer, die hier mitten im Nichts am Parkplatz ihre Waren auf Tüchern auslegen und auf Käufer hoffen. Die Aussicht allerdings ist phantastisch. Wir können weit sehen und haben die Nordausläufer des Capitol Reef National Parks vor uns. Zum Glück haben wir ihn nicht eingeplant, denn ein Blick auf die Karte verrät uns, dass es ein ganz schöner Umweg wäre. Aber alleine bei dem, was wir sehen, setzen wir Capitol Reef für eine spätere Reise auf die Bucket List.

USA 2014 - Tag 10

Die Strecke auf der Interstate 70 ist wirklich einsam. Es sind nur wenige Fahrzeuge hier unterwegs. Zudem ist sie sehr bergig – immer wieder geht es mal 300 Höhenmeter hoch und dann auch wieder hinunter. So windet sich der Interstate durch das Land, und wir bekommen langsam die Tanknadel-Panik. Irgendwann sind dann auch die 110 Meilen Einsamkeit vorbei und wir erreichen Green River. Doch wir denken uns, an der nicht mehr weiten Abfahrt zum Highway 191 gibt es sicher einiges an Tankstellen und vielleicht auch etwa zu essen.

USA 2014 - Tag 10

Das gibt es auch. Eine Tankstelle mit einer schmuddeligen Imbissbude dazu. Wir bleiben bei unseren Bananen und dem Trail Mix, den wir mit haben, und ärgern uns später, an der teuersten Tankstelle des gesamten Bundesstaates getankt zu haben. Aber was soll’s.

Auf der 191 nach Süden verpassen wir beinahe die Abfahrt in den Canyonlands National Park. Das Schild ist so winzig, dass wir es erst nach einem Wendemanöver und einem Gegencheck mit der Karte als Schild wahrnehmen. Doch wir sind immer noch nicht da, denn es sind noch mal knapp 50 Meilen von hier. Canyonlands scheint einer der abgelegensten Nationalparks zu sein.

USA 2014 - Tag 10

Als wir dann endlich die Einfahrt erreichen, sehen wir ein inzwischen vertrautes Bild. Die Butze ist geschlossen, ein Schild weist darauf hin, am Visitor Center zu zahlen. Eine Meile weiter am Visitor Center hängt ein Schild „Closed“. Nun gut. Später erfahren wir, warum. Die Ranger sind unterwegs im Park, um Risse in der Strasse zu flicken.

Wie auch in den anderen Parks fahren wir erst ein mal komplett ans Ende. Am Grand View Point haben wir eine phantastische Aussicht auf die Canyons und die White Rim Road. Die Weite und die zerklüftete Landschaft sind so unerwartet, dass sie uns für die lange Fahrerei entschädigt. Egal wie abgelegen Canyonlands ist, es ist die Reise wert. Die White Rim Road setzt sich dann leider noch in unseren Köpfen fest. Sie führt etwa 100 Meilen ca. 300 Meter tiefer ein Mal um den weissen Rand des Canyons herum. An einem Tag ist das nur schwer zu schaffen, und einige Streckenteile erwarten ein Fahrzeug mit 4-Rad-Antrieb und hoher Bodenfreiheit. Damit hätten wir dann auch den nächsten Punkt für die Bucket List.

USA 2014 - Tag 10

Auch hier halten wir auf den Rückfahrt an allen Aussichtspunkten. Auf halbem Wege führt noch die Upheaval Dome Road ab. Am Endpunkt gibt es mehrere Trails, wir gehen zusammen den Teil zum ersten Aussichtspunkt.

Zum zweiten sind es noch 800 Meter laut Schild – diese Strecke gehe ich alleine. Die Orientierung ist hier recht schwer, denn nur einige wenige Steinmännchen markieren den Weg. Teilweise geht es über große blanke Felsflächen, und so muss ich mich doch einige Male umsehen und die Richtung korrigieren. Zudem geht es auf uns ab und ich merke, dass mir das Training und die Ausdauer für steile Strecken fehlt. Doch ich schaffe es bis zum Ende und habe vom zweiten Aussichtspunkt einen genialen Blick auf den Upheaval Dome, der durch nach oben gedrückte Salze entstanden ist. Lange hatte man spekuliert, ob ein Meteoriteneinschlag verantwortlich gewesen sein könnte.

USA 2014 - Tag 10

Auf dem Rückweg fahren wir zum Green River Overlook, und hier sehen wir die Ranger die Strasse flicken.

USA 2014 - Tag 10

Langsam wird es Abend. Doch den Trail zum Mesa Arch lasse ich mir nicht nehmen. Der Trail ist mit einer Meile nicht lang, zieht sich aber. Erst kurz vor halber Strecke des Rundwegs ist Mesa Arch zu sehen. Klein sieht der Bogen aus. Doch als ich darunter stehe, ist er doch nicht mehr so winzig. Ein Blick nach unten und ich trete gleich mal einen Meter zurück. Unter mir geht es etwa 250 Meter abwärts.

USA 2014 - Tag 10

Wir fahren zurück und halten noch ein mal an Neck Spring Viewpoint. Hier kann man etwas weiter nach vorne gehen, und wir sehen die Shafer Canyon Road, die sich in den Canyon hinein windet und zur White Rim Road führt. Es beginnt zu jucken, doch wir haben nicht das richtige Fahrzeug und auch nicht die Zeit für diese Tour.

USA 2014 - Tag 10

Über die Parkstrasse geht es zurück zu Highway 191 und weiter nach Moab. Hier haben wir uns im Holiday Inn Express einquartiert. Das ist fast neu und eines der schicksten Hotels, die wir auf der Tour haben. Es ist nicht ganz so günstig wie ein Motel, aber auch nicht wirklich teuer.

Zum Abendessen fahren wir quer durch Moab, um es mit der Brewery zu versuchen. Das selbst gebraute Bier hier ist gut, das Essen ok.

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1 Comment

  1. Bei uns steht die Shafer Canyon Road auf der To-Do-Liste, mit dem richtigen Auto beim nächsten Mal. 🙂

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