Im Holiday Inn Express in Moab ist ein Frühstück im Übernachtungspreis inbegriffen. Entsprechend decken wir uns unter den ganzen Arbeitern der umliegenden Minenindustrie erst ein mal ein. Trotzdem ist es noch früh, als wir los fahren.

USA2014 - Tag 11

Unser Ziel ist der Arches National Park. Nur ein paar Minuten nördlich von Moab liegt die Abfahrt. Am Eingang sehen wir ein inzwischen vertrautes Schild: „Please pay at Visitor Center“. Machen wir natürlich nicht. Wir haben ja den National Park Pass.

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Auch in diesem Park fahren wir erst mal ganz ans Ende. Und auch hier sind die Wege lang. Wir parken am Devils Garden Trailhead. Es ist noch recht kalt, und noch sind wenige Leute unterwegs. Zusammen gehen wir gemütlich bis zum Landscape Arch. Der Trail ist, abgesehen von ein paar Auf und Abs, einfach zu gehen. Teilweise ist er allerdings von geschmolzenem und wieder gefrorenem Schnee bedeckt, was ihn an manchen Stellen zur Rutschpartie werden lässt.

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Wir kommen heil am Landscape Arch an. Zum Double-O-Arch hin wird der Trail jedoch anspruchsvoller – unter anderem kommt eine steile Kletterei auf einem rutschigen Felsrücken dazu. Also teilen wir uns auf: Petra geht zum Pine Tree Arch und zum Tunnel Arch, was der einfachere Weg ist.

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Ich nehme den steilen Anstieg über die Felsen auf mich. Die Strecke ist kürzer als gedacht, und oben wird es wieder flach. Ein Paar Russen oder Franzosen oder beides, sie sprechen eine komische Mischung, hat mich bergauf überholt, oben habe ich sie aber wieder eingeholt, weil sie ausser Puste erst mal rasten.

Auf der einigermaßen flachen Strecke komme ich gut voran. Hin und wieder geht es über Felsen, und die Wege sind mit Steinmännchen markiert. Dann kommt eine Herausforderung für mich. Ich habe es nicht so mit Höhen, und bemerke erst gar nicht, dass ich auf einem Felsrücken laufe. Doch ein Blick zur Seite lässt mich stocken. Ich bin auf einem zwei bis drei Meter breiten Felsrücken, auf beiden Seiten geht es gut vier bis fünf Meter nach unten. Und es geht aufwärts.

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Mit dem Blick stur geradeaus komme ich auch hier an das Ende, an dem ich gut zwei Meter Höhe absteigen muss. Zum Glück wurde von unten ein Baumstamm angelegt. Weiter geht es durch unwegsameres Gelände, und ich muss die Steinmännchen suchen, um mich nicht zu verlaufen.

Der Pfad verläuft fast nur noch auf blankem Fels, und die Eisflächen werden größer. Die Felsoberfläche wird immer schräger und fällt seitlich ab, dann endet die Felswand rechts von mir, und der Double-O-Arch liegt vor mir.

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Der Rückweg ist jetzt einfacher, weil bekannter, und ich treffe die Russen-Franzosen wieder. Nachdem ich sie kurz aufgemuntert und sie vor dem Eis gewarnt habe, ist es mehr ein Spaziergang. Auch der Abstieg über die steilen Felsen vor dem Landscape Arch ist einfacher als gedacht.

Der Weg vom Landscape Arch zum Parkplatz liegt inzwischen im Sonnenlicht und hat sich in Matsch verwandelt. Unterwegs treffe ich noch eine komische Gruppe, von denen mich ein älterer Mann fragt, ob der Arch noch stehe. Ich antworte, und er erkennt wohl an meinem Akzent, dass ich Deutscher bin. Er selbst stellt sich als Norweger heraus und hat zehn Jahre in Bayern gelebt und bei einem Philharmonie-Orchester gespielt.

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Auf dem Rückweg sehen wir uns alle Aussichtspunkte an, bis wir an den Abzweig zum Delicate Arch kommen. Hier kommen wir nur bis Wolfe Ranch. Der Rest der Strasse ist wegen Überflutung gesperrt. Wir sehen die Pfütze und denken uns, da wären wir doch locker durch gekommen, doch die Schranke kann (und sollte) nicht umfahren werden.

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Von Wolfe Ranch führt zwar auch ein Trail zum Delicate Arch, doch mit den Steigungen hier wäre das für uns ein Tagesausflug, und nach dem Double-O-Trail an diesem Tag nicht mehr machbar.

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Also fahren wir bis zur Windows Section. Hier laufen wir den Trail zu North und South Window. Erst ist es noch recht ruhig, dann kommt eine Busladung Jugendlicher mit vielen Japanern darunter. Leider erzeugen die beiden Arches ein so gutes Echo, dass wir die ohnehin nicht leisen Jugendlichen in wirklich jeder Ecke hören. Über den Turret Arch gehen wir zurück zum Auto.

Auch hier nehmen wir auf dem Rückweg die Aussichtspunkte mit und halten dann bei Balanced Rock.

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Unerwartet haben wir diesen Punkt praktisch für uns alleine. Den Trail um Balanced Rock lassen wir uns natürlich nicht nehmen und sind erstaunt, wie sich der Felsen aus den verschiedenen Sichtwinkeln verändert.

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Nach den Petrified Dunes halten wir noch am Park Avenue Trailhead und gehen ein Stück den Trail hinein. Ganz gehen wir ihn nicht, weil wir ihn sonst wieder komplett zurück hätten laufen müssen, denn es ist eine One-Way-Strecke.

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Am Viewpoint zur Moab Fault über dem Visitor Center hält neben uns ein Auto, und der Fahrer spricht uns einfach an, ob wir Ingress spielen würden. Ja, hier und da, wo wir Netz haben, antworten wir. Er stellt sich als Spieler unserer Fraktion vor und freut sich, dass er hier nicht ganz alleine ist.

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Langsam wird es nun auch schon dunkel und es geht zurück nach Moab. Im Dunkeln suchen wir uns noch etwas zu essen und fallen nach den ungewohnten Steigungen auf den Trails müde ins Bett.