Williams war für uns nur ein Zwischenstop. Die lange Strecke von Mesa Verde zum Death Valley wollten wir in Las Vegas unterbrechen. Auf dem Weg dahin haben wir uns eben Williams für die Übernachtung ausgesucht, denn…

…dass uns ein großes Problem bevorsteht, haben wir erst spät bemerkt. Mittlerweile ist es Samstag, am gestrigen Freitag war Valentinstag. Der Montag ist Presidents Day. Vier Tage, die von vielen Amerikanern für ein („romantisches“) langes Wochenende genutzt werden. Entsprechend teuer wird auch die Unterkunft in Las Vegas. Aber im Vergleich zum Death Valley ist sogar noch was zu bekommen. Wie schon zwei Jahre zuvor buchen wir die Sunset Station in Henderson.

Von Williams fahren wir die I-40 bis nach Kingman. Hier verlassen wir die Interstate und fahren den Highway 93 nach Norden. Die Strecke erweist sich als langweilig und zieht sich. Rechts Wüste, links Wüste, Asphalt geradeaus. Mehr nicht. Kurz vor dem Hoover Dam geht es dann in die Berge und wir haben etwas Abwechslung.

Den Damm haben wir schon gesehen, und wir fahren vorbei. In Boulder City wollen wir in das Nevada Welcome Center. Es hat zu. Und das vor einem langen Wochenende. Da es sich nicht ändern lässt, setzen wir Kurs auf unser nächstes Ziel: die Red Rock Canyon National Conservation Area. Doch die ist auf der anderen Seite von Las Vegas.

USA 2014 - Tag 14

Die Strassen in Las Vegas sind ungefähr genau so unübersichtlich wie in jeder anderen Großstadt. Ich hatte zwar ungefähr die Karte bzw. die Fahrtrichtung im Kopf, doch ich verpasse die Abfahrt von Highway 95, in den die 93 überging, auf die Interstate 215. Nach einigem Hin und Her und Wenden habe ich mich auf der 215 eingefädelt und folge ihr immer weiter nach Westen. Der Interstate windet sich halb um und halb durch Vegas. Als uns langsam der Verdacht kommt, wir seien eventuell falsch abgebogen, taucht der Flughafen auf. Die Fahrt dauert einfach nur länger als gedacht. Noch einmal die gleiche Fahrtzeit auf der 215 und wir sind an der Abfahrt.

Hier ist Las Vegas ganz anders als der Teil, den wir schon kannten. Es gibt Einfamilienhäuser und Radspuren. Äusserst ungewöhnlich kommt uns das in dieser Wüstenstadt vor. Auf der Red Rock Canyon Road fahren wir bis zum Visitor Center und können schon ahnen, dass es voll werden wird.

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An der Einfahrt ist dann eine Kasse, doch ein Schild weist darauf hin, dass wir unseren National Park Pass einsetzen können. Somit sparen wir zehn Dollar. Der Parkplatz am Visitor Center ist voll, wäre nicht gerade einer weggefahren, hätten wir keinen bekommen. Nach der Kloschlange beschliessen wir, nicht ins Visitor Center zu gehen, sondern gleich auf den Scenic Loop Drive zu fahren, und an einem der Punkte den einen oder anderen Trail zu gehen.

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Schon am ersten Parkplatz verwerfen wir unseren Plan wieder. Halb Nevada scheint hier zu parken. Den Rest des Loop Drives soll es auch nicht besser werden. Einen freien Parkplatz hätten wir nicht bekommen. Wie die meisten anderen hätten wir entlang der Strasse parken müssen. Das hätte dazu geführt, dass wir von Auto zum Trailhead länger unterwegs gewesen wären, als auf dem Trail selbst. Zudem hätte der Trail keinen Spass gemacht, weil jede Menge Kinder dort herumturnten.

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Trotzdem gefällt es uns im Red Rock Canyon, und auch auf dem Loop Drive kann man genug sehen. Dummerweise muss auch dieser Ort jetzt auf die Wiederkommen-Liste.

Nach dem Loop Drive wollen wir noch bei WholeFoods einkaufen. Wir suchen einen bestimmten Gin, dessen Destille zwar um die Ecke unseres Hotels ist, aber am Wochenende geschlossen hat. Dieses Mal weiss ich, wie ich fahren muss. Zurück auf die I-215, bis zur Abfahrt Las Vegas Boulevard, dann rechts und rechts und…. da ist kein Wholefoods. Der wäre links gewesen.

Langsam wird der Verkehr in der Stadt voller, alle wollen zum langen Wochenende zu ihrem Hotel. Ich wende, schlängele mich über alle Spuren nach links, um dann den Town Square Parkway… zu verpassen und auf die I-15 nach Norden zu fahren. Also wieder an der Tropicana Avenue abfahren, über den Frank Sinatra Drive, rechts auf den Las Vegas Boulevard, den Strip runter und rechts in die Town Square Mall. Wir bekommen sogar den Gin.

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Ab jetzt wird es einfacher. Wir müssen nur noch die Sunset Road bis zur Green Valley Plaza nehmen. Uns wurde Weiss Deli Bakery Restaurant empfohlen. Wir bekommen hier eine der besten Hühnersuppen der Welt, und das Pastrami Sandwich ist eher ein Pastrami-Stapel, der zwischen zwei Stücke Brot gestopft wurde. Beides ist sehr lecker – hier lohnt sich der Besuch.

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Die letzte Station ist dann die Sunset Station. Gegenüber vor zwei Jahren, wo es uns hier tot vorkam, herrscht richtig Leben. Abgesehen vom schon öfters erwähnten langen Wochenende ist wohl gerade auch eine Jugend-Mädchen-Fussballmeisterschaft in der Stadt, und die Mannschaften wurden auf die billigen Casino-Hotels verteilt. Zum Abschluss genehmigen wir uns noch einen Gin Tonic in der Hotelbar.