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Unterwegs in aller Welt

USA2014 – Tag 16 – Death Valley Teil 1

Das Death Valley war eines der Ziele, die uns lange beschäftigt haben. Und es hat lange gedauert, bis wir wussten, wie wir es legen würden, damit sich die Fahrerei, die es hier unweigerlich gibt, in Grenzen hält. Lange hatten wir den Autotesterort Beatty im Blick, doch schlussendlich haben wir uns für Pahrump entschieden.

Und da die Strecken so unglaublich weit sind, fahren wir, wie fast immer, früh los. Es ist Montag, aber Presidents Day, und damit sind die Strassen recht leer. Die Route ist auch einfach zu finden. Direkt an der Sunset Station fahren wir auf den Highway 95 auf. Der ist hier wie eine Interstate aufgebaut und führt durch North Las Vegas in das Gebiet der Paiute. Aus der 95 wird der übliche zweispurige Highway, der sich schnurstracks durch die Wüste zieht.

USA 2014 - Tag 16 - Death Valley

Wir landen in Indian Springs. Die kleine Ansiedlung existiert wohl nur wegen der Creech Air Force Base. Die Tankstelle scheint auch der Gemischtwarenladen der Air Base zu sein. Wir versorgen uns mit Sprit und Kaffee, hätten aber auch den einen oder anderen Dollar in die Slot Machine schieben können. Man merkt, dass Vegas nicht weit ist.

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Der Highway 95 führt weiter fast nur gerade aus durch Amargosa Valley bis nach Beatty. Es ist wirklich ein Kaff, doch näher an das Death Valley kommt man nicht als Basis. Wir entdecken das Wunderland für Geocacher.

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Da Beatty nicht mehr zu bieten hat, fahren wir auch gleich weiter. Unser erstes Ziel ist Rhyolite. Die heutige Geisterstadt wurde 1904 als Minencamp gegründet. Tausende zogen während des Goldrauschs hier her. 1907 hatte die Stadt Strom- und Wasserversorgung, Telefone, Zeitungen, ein Krankenhaus, eine Börse und eine Oper. Bis zu 5.000 Menschen wohnten hier.

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Doch 1911 schloss die Mine. 1920 lag die Einwohnerzahl bei Null, und es wurde eine Touristenattraktion. Von den drei Bahnstrecken, die mal hierher führten, ist heute genau so wenig zu sehen wie vom blühenden Leben. Ein paar Ruinen stehen noch und werden vom National Park Service verwaltet.

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Neben einem Haus aus Glasflaschen gibt es noch eine Kunstausstellung mit einer Frau aus überdimensionalen Lego-ähnlichen Steinen.

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Für einen langen Aufenthalt lohnt Rhyolite nicht, also fahren wir weiter. Scotty’s Castle steht auf dem Plan. Von der Kreuzung aus, an der nahezu alle Strassen im östlichen Teil des Death Valley zusammenkommen, sind es noch fast 50 Meilen bis zu dem recht ungewöhnlichen Gebäude. Doch um hinzukommen, müssen wir erst durch eine Baustelle. Wenige Meilen vorher steht eine nette Frau mit dem Hund ihrer Schwester und hält den Verkehr an. Nach einer guten halben Stunde kommt dann ein Baustellenfahrzeug, dem wir alle durch die Baustelle folgen. Wir denken noch, dass „Castle“ wie so oft übertrieben ist, und wir an einer kleinen Hütte landen. Doch das Gebäude, an dem wir ankommen, ähnelt wirklich einem Schloss. Es ist ebenso ungewöhnlich gebaut wie auch seine Geschichte ist.

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Scotty’s Castle ist benannt nach einem Betrüger namens Walter Scott, ein eher zwielichtiger Geselle, der um 1900 einem reichen Versicherungsmagnaten Anteile an einer imaginären Goldmine verkaufte. Als der gesundheitlich angeschlagene Albert Johnson 1904 seine Mine im Death Valley besuchen wollte, stellte er schnell fest, dass man ihn über’s Ohr gehauen hatte. Skurrilerweise befreundete er sich aber mit Walter Scott und beschloss wegen des guten Klimas regelmäßig wieder zu kommen. Später erwarb Johnson mehr Land, und baute sich sein „Traumschloss“, das unter anderem den Luxus einer eigenen reich sprudelnden Wasserquelle besaß.

Scotty’s Castle besteht aus insgesamt acht unterschiedlichen Häusern. Das zentrale Gebäude ist eine im spanischen Baustil errichtete Villa mit Arkaden und einem Innenhof, ins Auge sticht ausserdem der Clock Tower, und eine im Burggrabenstil angelegte Poolanlage (ohne Wasser).

Der National Park Service bietet zwei (kostenpflichtige) Touren an – eine „Lebendige-Geschichte-Führung“ durch die normalen Gebäude, bei der die Guides in zeitgenössischer Kleidung antreten, und eine „Unterwelttour“, bei der die für die damalige Zeit sehr ausgeklügelte und moderne Technik, die für Strom- und Wasserversorgung des Komplexes sorgte, besichtigt werden kann. Johnson betrieb eine selbst entwickelte Anlage mit einer Pelton-Turbine, die er später (nach dem Einbau einer Orgel!) erweitern musste…

Eine ausführliche Beschreibung der Geschichte von Scotty’s Castle und von „Death Valley Scotty“  findet man auf den Webseiten des National Park Service.

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Wir sind versucht, die Ranger-Touren zu machen, doch der Halbstunden-Baustellenverkehr und die Strecke, die noch vor uns liegt, lassen uns das Gebäude so weit es geht, auf eigene Faust erkunden. Mit der nächsten Baustellen-Tour fahren wir zurück. Die Ranger-Touren gehen, ihr ahnt es schon, auf die Nochmalwiederkommen-Liste…

Das nächste Ziel ist der Ubehebe Crater. Mit einem Kilometer Durchmesser und einer Tiefe bis zu 230 Meter haben wir hier einen recht großen Krater vor uns. Der Parkplatz ist auch gut gefüllt, und viele gehen den fast nicht erkennbaren Trail bis nach unten.

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Direkt am Ubehebe Parkplatz beginnt die Racetrack Valley Road, die wir gerne zur Racetrack Playa, einer Ebene, auf der der Wind Steine vor sich her schiebt, gefahren wären. Doch nach allem, was wir so gelesen haben, bräuchten wir ein Fahrzeug mit speziellen festen Reifen wegen der spitzen Steine, und dann möglichst auch noch zwei Ersatzreifen. Das haben wir nicht, also verzichten wir, und schieben ein weiteres Item auf die Bucket List.

Für uns geht es wieder zurück nach Süden und wir fahren zum Furnace Creek Visitor Center. Hier kaufen wir nicht nur Postkarten, sondern tanken auch noch den teueren Sprit nur, damit wir sicher auch noch an unser Ziel kommen, ohne liegen zu bleiben. Hier gibt es auch Wasserspender, die vor allem im Sommer, wenn es richtig heiss und trocken ist, richtig Sinn machen. Dann ist es auch egal, ob das Wasser nach Chlor schmeckt.

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Es wird spät, und wir halten noch kurz am Zabriskie Point, doch da wurde gerade eine Busladung asiatische Touristen entladen. Ausserdem ist das Licht nicht gerade gut, empfohlen wurde sowieso eine frühe Besichtigung, also verschieben wir den Gang zum Aussichtspunkt auf den nächsten Morgen. Bei der Fahrt aus dem Park fällt uns noch die Abfahrt zur 20 Mule Team Road auf, die wir uns ebenfalls für den nächsten Tag merken.

Die lange Rückfahrt führt uns erst zum Amargosa Opera House und Hotel, einem historischen Gebäude, wo wir die kleine Abfahrt in die State Line Road verpassen und uns wundern, warum unsere Strasse nach Süden abbiegt. Wir wenden und fahren die richtige Strasse bis nach Pahrump, was in der Anfahrt von einem Hügel hinunter viel zersiedelter aussieht als wir dachten.

Wir kommen weiter ausserhalb als erwartet auf die Hauptstrasse und finden dann natürlich auch später als gedacht das Best Western Pahrump Station. Mit einem Popcorn aus der Popcorn-Maschine an der Rezeption und einem Kaffee, beides kostenlos, erkunden wir mit dem Internet im Zimmer die Abendessensoptionen.

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2 Comments

  1. Hihi, das Wunderland für Geocacher, nicht schlecht.

    Wie viele Kilometer habt ihr denn da so durchschnittlich pro Tag gerissen?

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