Wir schlafen aus. Und wir frühstücken erst einmal ausgiebig im Holiday Inn Express in Beaumont. Das ist inklusive, und erstaunlicherweise für ein amerikanisches Hotelfrühstück recht gut. Beides ist für die USA nicht unbedingt der Standard. Dann packen wir unsere Sachen zusammen.

An unserem Jeep montieren wir die GoPro und aktivieren den Timelapse-Mode. Geübt haben wir das vorher nicht. Ich rüttele an der Saugnapf-Halterung. Diese bewegt sich kein bisschen. Aber die ganze Karosserie schwankt. Das dürfte halten.

Dann geht es los. Mehr durch Zufall hatten schon wir zu Hause die California State Route 243 entdeckt. Sie wurde oft als „Scenic Drive“ bezeichnet. Neben dem offiziellen Namen, also der Nummer, hat sie auf manchen Karten noch den Namen „Banning-Idyllwild Panoramic Highway“, und auf den Schildern steht auch noch „Esperanza Firefighters Memorial Highway“. Letzteres seit 2007 und zu Ehren von fünf Feuerwehrmännern, die bei der Brandbekämpfung umgekommen sind.

Gerechnet werden die Meilen der Strasse von Süd nach Nord. Wir sind andersherum gefahren. Direkt in Banning gibt es eine Abfahrt von der I-10. Doch weil wir denken, wir haben uns vertan und sie schon verpasst, fahren wir ab und sehen auf die Karte. Dann folgen wir einer Seitenstrasse parallel zur I-10 und finden die Auffahrt zur 243. In der Tat ist es ein Scenic Drive. Wir werden in die Berge geführt, und sind schnell so weit oben, dass wir phantastische Ausblicke haben. Nach einigen Meilen halten wir an einem Aussichtspunkt. Es soll nicht der einzige bleiben. Auf den knapp 30 Meilen gibt es auch genug davon.

Es geht weiter über die State Route 74 bis nach Palm Springs. Die Strasse, die hier durch die Berge führt, ist auch unter dem Namen „Pines to Palms Scenic Byway“ zu finden. Als wir endlich wieder die Hochebene der Berge verlassen, halten wir noch an einigen Aussichtspunkten der San Jacinto Mountains. Hier geht es in Serpentinen abwärts, und es gibt viel zu gucken.

Kurz vor Palm Springs stoppen wir am Santa Rosa and San Jacinto Mountains National Monument Visitor Center, welches zum Santa Rosa and San Jacinto Mountains National Monument gehört. Im Jahre 2000 wurden die 113 Hektar zum National Monument erklärt, um die Flora und Fauna zu schützen. Es wurden aber auch einige historische Gebäude in die Zone mit aufgenommen. Wir gehen einen hübschen kleinen Trail, der die Wüstenpflanzen der Region erklärt. Es gibt noch einige andere zu gehen, und auch der Pacific Crest Trail führt hier durch.

Unser nächstes Ziel ist das Palm Springs Air Museum. Schon vor unserem Trip war uns klar, dass wir hier als Fans von Technikmuseen halten müssen. Die Sammlung ist sehr militärisch ausgerichtet, aber gut gestaltet. Nach dem Ticketkauf, 15 Dollar pro Person sind recht viel dafür, wird uns der Aufbau erklärt: Links Pacific und rechts Europe. Ein ganzer Hangar ist Pearl Harbor und Vietnam gewidmet, der andere dem 2. Weltkrieg. In einem dritten steht eine B-17, welche für einen Aufpreis besichtigt werden kann. Auf dem Vorfeld stehen dann noch einige Flugzeuge, und die Runway des Palm Springs Airport ist nur einen Zaun entfernt. Wir finden, es ist ein schönes aber recht teures Museum, und werden noch getrennt berichten.

Wir haben Hunger und fahren noch mal einen Block zurück. Bei Firehouse Subs ist das Innendekor namensgerecht. Sogar die Ausrufe aus der Küche sind einer Feuerwache angepasst. Die Sandwiches sind lecker, und aus der Soda Fountain kommen etwa 125 verschiedene Getränke. Wer also schon immer mal Coke Zero Vanilla mit Himbeeraroma probieren wollte…

Weiter geht es in Richtung Joshua Tree National Park. Wir wollten ursprünglich erst am nächsten Tag in den Park, doch wir haben noch Zeit für eine Durchfahrt. Aber zuerst müssen wir tanken. Bis zum Südeingang finden wir keine Tankstelle. Zum Glück haben wir uns eine SIM-Karte besorgt und entdecken eine Tankstelle auf der Karte, nur eine Ausfahrt weiter. Dort finden wir nicht nur die Tankstelle, sondern auch das Patton Museum. Vor der Tür stehen einige Memorials und eine Patton-Statue. Hinter dem Zaun sehen wir ein paar Panzer. Es sieht nicht ganz so spannend aus und wir gehen nicht in das Museum, sondern fahren wieder zurück.

An der südlichen Einfahrt wollen wir bei den Rangern eine Jahreskarte für die Nationalparks kaufen. Doch hier nehmen sie nur Bargeld, wir haben nicht genug und sonst nur eine Kreditkarte. Warum ausgerechnet hier keine Kreditkarte akzeptiert wird, wo das doch in USA überall geht, ist schnell erklärt: Wir sind so abgelegen, wir haben hier nicht mal Telefon. Entgegen unserer Erwartung werden wir nicht weggeschickt. Bezahlt einfach bei der Ausfahrt, sagt der Ranger zu uns. Nun gut.

Wir fahren die Strasse, ganze 48 Meilen, durch den Park und halten noch an einigen Aussichtspunkten, um uns die Natur hier anzusehen (auf dem Bild: der Cholla Cactus Garden).

Bis wir an der westlichen Nordausfahrt ankommen, schliesst diese gerade. Wir würden gerne, können aber nicht bezahlen. Eben so geht es uns etwas weiter am Visitor Center. Dort verkauft man alles an Souvenirs, nimmt auch Kreditkarte, nur Eintrittskarten gibt es hier keine. Nur fünf Minuten sind es bis zur Eintrittsbutze, welche die Karten verkauft. Das schafft Ihr, bis die zu macht, sagt man uns. Die hat gerade zu gemacht, erwidern wir. Und wir einigen uns, am nächsten morgen eine an der Einfahrt zu kaufen.

Der letzte Weg führt uns zu Walmart, um uns mit noch ein paar benötigten Sachen einzudecken. Und zum High Desert Motel, wo wir übernachten werden.


Disclaimer: GoPro war so nett, uns eine GoPro Hero 3 Silver zur Verfügung zu stellen. Mit dieser wurde das im Artikel eingebettete Video erstellt. Wir danken vielmals für diese Unterstützung.