Um acht Uhr morgens klopft es an der Tür unserer Casita in der Wild Coyote Winery. Die Herrin des Hauses bringt uns das Frühstück. Neben Joghurt und Früchten finden sich Pancakes und Sirup auf den Tellern. Mit einem Kaffee aus der Maschine im Zimmer frühstücken wir.

USA 2014 - Tag 19

Das Auto gepackt, checken wir beim Chef aus. Dieser ist Italiener, war Architekt und dachte sich, man könnte in Kalifornien doch mal ein Weingut haben, weil der eigentliche Beruf zu stressig ist. Nach ein bisschen Unterhaltung über road trips in USA und Europa erzählen wir ihm, dass wir über die Highways nach Monterey fahren wollen. Er rät uns, gleich an den Pacific Coast Highway zu fahren und dann nach Norden nach Monterey, da jetzt das Wetter schön ist.

Es gibt nur drei Optionen für die Strecke. Einen Umweg über die Highways im Norden, einen Umweg über die Highways im Süden, oder direkt über die Landstrassen mitten durch. Über die G14 geht es bis zum Lake Naciamento. Hier merken wir, dass es eine für die Zeit wirklich extreme Dürre in Kalifornien gibt. Von Lake Naciamento ist nicht viel zu sehen. Weiter geht es durch Farmland. Mal auf, mal ab fahren wir an vielen Farmen vorbei. Dann stehen wir in Lockwood an der Kreuzung und denken uns, wir müssten ja nun mal bald da sein. Ein Blick auf Google Maps verrät uns: links, links und dann immer der Strasse folgen.

Wir fahren links auf die Jolon Road, und als wir dann bald wieder links auf die Mission Road abbiegen wollen, stehen wir an einer Sicherheitskontrolle von Fort Hunter Liggett, einem Army Fort, das zum Training von Reservisten dient. Sogar Google Streetview hört hier auf.

Langsam rollern wir an den Checkpoint heran. Wild wenden und wo anders lang fahren würde erst mal komisch aussehen. Zu unserer Überraschung ist er nicht besetzt. Lediglich ein einsames Männchen mit Motorrad steht daneben, und wir fragen, ob wir hier weiter fahren können. „Ja“ sagt er und wir fragen, ob es hier zur Küste geht. „Ja“ sagt er erneut. Damit ist das Gespräch auch schon beendet.

Fünf Kilometer weiter stehen wir am Ende der Strasse vor einem großen Tor. Links davon führt eine schmale Strasse aussen am Zaun des Forts entlang. Wir haben im Grunde keine andere Wahl und folgen dieser  Strasse, bis wir nach einem Kilometer dann die Wahl haben: Der Strasse weiter folgen oder links auf die Naciamento-Fergusson Road abbiegen. Das kleine, fast winzige, grüne Schild „Coast“ an der Brücke, die gerade mal ein bisschen breiter als unser Compass ist und deren Boden aus grünem Stahlgittern besteht, lotst uns über die Brücke. Wir gehen davon aus, dass sie uns aushält, da sie sonst wohl für die Militärfahrzeuge dient.

USA 2014 - Tag 20-21 - Pacific Coast Highway

Wir fahren eine gute halbe Stunde durch das Militärgelände und bekommen nichts als Natur zu sehen. Über den Umweg, den wir hätten fahren müssen, wäre es gerade in Betrieb, denken wir lieber nicht nach. Die Natur selbst zeigt uns, dass hier nur selten Betrieb ist. Auch wenn es gerade etwas wenig Wasser hat, ist alles voll Leben. Grüne Bäume, leider nur gelbes Gras und hier und da auch ein paar Blüten zieren den Weg. Immer wieder sitzen Erdhörnchen auf Pfosten oder Steinen und unter Bäumen und beobachten die Landschaft und auch uns. Dann sind wir am Checkpoint der anderen Seite. Dieser ist gänzlich unbesetzt. Unmittelbar hinter der Ausfahrt beginnt der Wald. Und wir haben die Hoffnung, dann doch bald da zu sein.

Direkt nach der Ausfahrt liegt lauschig im Tal der Ponderosa Campground. Wir wagen einen Blick aufs GPS – es sind nur noch 12 Kilometer Luftlinie zum Pazifik. Leider geht die Strecke nicht geradeaus.

Auf der Karte sieht es nun noch etwas harmloser aus, als es wirklich ist. Die Strassenbreite, immerhin asphaltiert, variiert von ein bis zwei Fahrzeugbreiten. Rechts geht es runter, links nach oben. So zirkeln wir uns auf Serpentinen den Berg hoch und fühlen uns leicht an die Alpen erinnert. Zum Glück ist nicht viel Gegenverkehr. Teilweise geht es alle hundert Meter 180 Grad um die Kurve.

Es dauert lange, bis wir oben sind, und als wir die Spitze passieren, sehen wir auch schon den Pazifik.

USA 2014 - Tag 20-21 - Pacific Coast Highway

Eine halbe Stunde später sehen wir zwar immer noch den Pazifik, sind aber kein bisschen weiter unten.

USA 2014 - Tag 20-21 - Pacific Coast Highway

Wald ist keiner mehr um uns, wir sind über der Baumgrenze. Langsam senkt sich die Strasse wieder, und in Bergeinschnitten fahren wir durch eine Art Taschen, in denen wenige große Redwoods stehen, um nach der Kurve wieder neben kahlem Gestein zu stehen.

USA 2014 - Tag 20-21 - Pacific Coast Highway

Gut zwei Stunden brauchen wir, bis von der wir von der Camp-Ausfahrt unten am Highway 1 sind. Im Nachhinein war die Strecke dann doch spannend und der Ausblick von oben auf den Pazifik schon spektakulär.

USA 2014 - Tag 20-21 - Pacific Coast Highway

Entspannt fahren wir den Highway 1 nach Norden. Das Wetter ist gut, die Aussicht ist schön und wir geniessen es.

USA 2014 - Tag 20-21 - Pacific Coast Highway

In Monterey essen wir bei einem kleinen libanesischen Restaurant, dem Paprika Cafe. Dann suchen wir unser Hotel und versuchen uns nach der langen Fahrt zu entspannen.

Am nächsten Morgen frühstücken wir im Hotel und fahren früh los. Wir wollen raus aus Monterey ,bevor die ganzen Wochenendurlauber kommen. Auf der Strecke, auf der wir am Vortag gekommen sind, geht es jetzt wieder nach Süden.

USA 2014 - Tag 20-21 - Pacific Coast Highway

Wir rollern gemütlich die Strasse entlang und halten an einigen Parkplätzen an. Am Garrapata Beach gehen wir bis zum Strand und finden komische Plastikschläuche, die sich als Algen oder ähnliches herausstellen, und definitiv natürlichen Ursprungs und kein Plastik sind.

USA 2014 - Tag 20-21 - Pacific Coast Highway

Die Steilküste mit den viele schroffen Felsen gefällt uns sehr, aber auch der flache Strand und der Leuchtturm von Point Sur haben ihre Reize.

USA 2014 - Tag 20-21 - Pacific Coast Highway

Am Big Sur State Park verschwindet die Küste hinter dem Wald, der aus großen Redwoods besteht. Doch dahinter geht es wieder an der Küstenlinie lang. Die Strecke bietet viel fürs Auge, doch ausser „schöne Küste“ gibt es nicht so viel zu erzählen.

USA 2014 - Tag 20-21 - Pacific Coast Highway

Dann landen wir am Elephant Seal Vista Point. Der kommt völlig unerwartet, doch die vielen Autos hier lassen auch uns auf den Parkplatz fahren. Wir sehen hunderte Seeelefanten, die sich hier auf dem Strand tummeln. Ein Holzsteg führt am Zaun entlang und hält die Besucher zusätzlich von den Tieren fern. So kann man in Ruhe gucken, ohne die Tiere zu stören.

USA 2014 - Tag 20-21 - Pacific Coast Highway

Wir fahren über San Luis Obispo und Pismo Beach nach Santa Maria, wo wir für zwei Nächte ein Appartement gemietet haben. Nach einem kurzen Ausflug in den Supermarkt ist der Tag dann auch schon zu Ende.