Von Hamburg bis Hawaii

Unterwegs in aller Welt

USA2014 – Tag 7 – Grand Canyon -> Zion National Park

Es entwickeln sich gewissen Parallelen zu unserem Trip 2012. Erst haben wir festgestellt, dass wir gerade mal eine knappe Woche unterwegs sind und schon so viel gesehen haben. Dann überlegen wir uns, dass es ja doch nicht so weit ist bis nach Canyonlands, Arches und Mesa Verde. Und dann sehen wir uns die Wettervorhersagen an. Schlechtes Wetter soll es in Richtung Osten geben. Und die einzige Ecke, in der wirklich gutes Wetter sein soll, ist der Zion National Park.

Wir waren schon in Zion. Doch wie immer kann man nie alles gesehen haben. Als wir dann noch zwei Nächte für 66 Euro in der sehr gut gelegenen Pioneer Lodge bekommen, ist der Beschluss gefasst. Wir packen bei den ersten Lichtstrahlen unsere Sachen, tanken auf und fahren los. Hier am Grand Canyon ist die Parkeinfahrt auch um diese frühe Zeit schon besetzt.

USA 2014 - Tag 7

Uns kommt es fast noch etwas zu dunkel vor. Ehe wir uns versehen, tauchen wir in die ersten Nebelschwaden (oder sind es tiefhängende Wolken?) ein. Im Grand Canyon Village biegen wir nach Osten auf den Highway 64 ab. Wir tasten uns im dichter werdenden Nebel vor, halten dann an einem kleinen Parkplatz, um schnell was zu frühstücken, und fahren zur Abfahrt des Grandview Points. Was Anfangs noch gut aussieht, ist bald abwechselnd Asphalt und Eis von festgefahrenem Schnee.

Vom Canyon sehen wir nicht viel. Der Nebel hat ihn im Griff. Zurück zum Auto kommt das wohl interessanteste Ausflugsgefährt auf den Parkplatz gefahren, dass wir auf unserer gesamten Reise gesehen haben. Ein dicker amerikanischer Truck hält an. Fahrer und Frau oder Freundin steigen nicht mal aus. Von da oben haben sie auch so einen guten Blick auf den Nebel.

USA 2014 - Tag 7

An Moran und Lipan Point wird es zwar langsam etwas heller, aber die Sicht wird nicht viel besser. Als wir dann auf Desert View zufahren, kommen die ersten Sonnenstrahlen raus. Und als wir am Viewpoint und am Watchtower ankommen, vertreibt der Wind die letzten Nebelschwaden. Im Gegensatz zu 2012 haben wir den Watchtower für uns alleine. Das Off-Season-Gefühl mit der grandiosen Landschaft ist mal wieder überwältigend.

USA 2014 - Tag 7

Wir fahren weiter und lassen den Grand Canyon hinter uns. Gerade wegen des Grand Canyons wird dieser Tag zu einer der längsten Fahrtstrecke des gesamten Trips. Wir müssen über den Colorado – und abgesehen vom Hoover Dam im Westen ist die nächste Brücke bei Page im Nordosten. Es sind riesige Strecken. Wir bleiben auf dieser Strasse, bis wir auf den Highway 89 bei Cameron treffen, und folgen dem Scenic Byway, wie er auch genannt wird, nach Norden.

USA 2014 - Tag 7

Abseits der Strasse gibt es hier einiges zu sehen, doch wir müssen Kilometer machen. Nördlich der Abfahrt nach Tuba City kommt dann plötzlich eine äusserst schlecht ausgeschilderte Umleitung, von der wir gelesen haben. Die 89 soll gesperrt sein, Schilder weissen nicht wirklich darauf hin, und nach Page soll man die 89T fahren. Temporary Route…

Ein handgeschriebenes Schild zeigt nach Page. Auf eine Strasse, die erst mit eineinhalb Spuren an ein paar Hütten vorbeiführt, um sich dann in engen zwei Spuren einen Berg hinauf zu winden. Oben angekommen wird die Strasse plötzlich breit wie ein richtiger Highway mit nagelneuem Asphalt. Die alte Indian Route 20 hat eine Renovierung erhalten, weil ein größerer Erdrutsch die 89 unpassierbar gemacht hat.

Die 89T führt einfach nur durch weites flaches Land. Gelangweilt bringen wir Meile um Meile hinter uns. Als wir dann endlich die Wolken aus dem Schornstein des Kohlekraftwerks von Page sehen, freuen wir uns, dass wir dieses Stück endlich hinter uns haben. Doch die Luft ist so klar, dass wir so weit sehen können, dass es noch eine ganze Weile dauert.

USA 2014 - Tag 7

Für unseren ersten Besuch in Page hatten wir uns einen BBQ Joint ausgesucht, in dem wir essen wollten. Doch an diesem Tag hatte er zu. Heute hätte er auf gehabt, doch wir sind zu früh dran. Also decken wir uns bei Walmart ein und fahren weiter. Über den Glen Canyon Dam am Lake Powell geht es auf die andere Seite des Colorado.

Nach der Abfahrt der Cottonwood Canyon Road, die wir ja auch noch mal gerne fahren würden, sie ist wegen der Wetterlage gesperrt, kommt ein kleiner Parkplatz auf der rechten Seite. Was bei Google Maps als „The Rimrocks“ bezeichnet ist, findet man auch unter Toadstool Hoodoos.

Wir hätten es fast verpasst, doch wir hatten einen Cache auf dem GPS. Als wir halten, ist der erste Blick verwirrend. Ein Tradi statt eines Earthcaches. Wir wissen erst gar nicht, warum wir den als Wegpunkt mitgenommen hatten, da wir diesen Streckenabschnitt ja nun gar nicht vorgesehen hatten. Doch uns fällt ein, dass wir uns für alle Eventualitäten gerüstet haben. Also schnappen wir uns eine Flasche Wasser und marschieren los. Der Trail führt durch ein Flussbett, das wohl nur bei Regen Wasser führt. Die Munitionsdose ist schnell gefunden, die Toadstools sind aber weiter weg als gedacht. Wir gehen so weit es uns die Zeit erlaubt und erhaschen sogar noch einen Blick darauf – in weiter Ferne. Ein bis zwei Stunden mehr hätten wir gebraucht, aber es gibt ja die „Ich komme sowieso nicht mehr hier her, aber…“-Liste.

USA 2014 - Tag 7

Wir fahren weiter den Highway 89 nach Westen bis Kanab und dann nach Norden. Hier ist auch die Abfahrt zu den Pink Coral Sand Dunes. Wir waren zwar schon hier und stoppen auch nicht, ich muss sie aber hier noch mal als Empfehlung aufführen.

USA 2014 - Tag 7

Südlich von Orderville führt dann auch schon Highway 9 nach Westen in den Zion National Park. Nach der Parkeinfahrt montieren wir die GoPro und filmen eine komplette Parkdurchfahrt. Da Nebensaison ist, dürfen wir die komplette Strecke mit dem Auto fahren. In der Hauptsaison fährt von Springdale ein Parkshuttle in den Canyon. Die Floor of the Valley Road ist dann für alle anderen gesperrt.

Der Tag geht langsam dem Ende entgegen und wir beziehen unser Zimmer. Abendessen gibt es, es war nicht anders zu erwarten, in der Pizzeria des Ortes, dem Flying Monkey.


Disclaimer: GoPro war so nett, uns eine GoPro Hero 3 Silver zur Verfügung zu stellen. Mit dieser wurde das im Artikel eingebettete Video erstellt. Wir danken vielmals für diese Unterstützung.

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1 Comment

  1. Cooles Video!
    Vermittelt zum Artikel noch lebendiger Eindrücke.
    LG
    Tanja

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