Ein Mittagessen direkt am Dom zu Speyer, wo man doch eher die Touristenfallen erwartet, muss nicht teuer sein. Wir fanden bezahlbares Essen im Gasthaus zum Domnapf, direkt an einer der Ecken am Domplatz mit bestem Blick auf den Dom.

Erst beim Blick auf die Speisekarte entdeckten wir, dass hier neben Schnitzel und Co. auch regionale Spezialitäten und griechisches Essen angeboten wurden. Die Karte war recht umfangreich, dazu gab es noch eine Karte für den Mittagstisch mit einer günstigeren Auswahl der Hauptkarte, die mit knapp dreißig Gerichten aber auch unübersichtlich wurde. Dazu gab es noch eine Spargelkarte mit etwa zehn Gerichten. Dieser Minuspunkt lässt sich nur verzeihen wenn der Koch die Karte auch beherrscht und sie ohne Hilfe von Tüten und Dosen bekochen kann. Wir zweifeln daran.

Meine Eltern bestellten ein normales Schnitzel und ein Cordon Bleu. Über die Auswahl sage ich jetzt nichts ausser das meine Eltern schwierige Kunden für die Gastronomie sind. Dazu gab es Salat und Pommes. Der Salat wurde von meinem Vater komplett missachtet, was allerdings nicht mit der Qualität des Salates zusammen hängen muss. Meine Mutter bemerkte, sie hätte schon besseren gegessen und leerte ihre Schale trotzdem, damit niemand sagen könne, sie hätte ihren Salat nicht gegessen. Ihr Schnitzel verspeisten beide, befanden es allerdings als etwas fade. Dabei lag eine dickere Scheibe Zitrone, auch dieses wurde aufgrund ihrer Dicke negativ bewertet. Die Pommes waren ihnen zu hart. Ich hätte sie als knusprig bezeichnet.

Wir entschieden uns für Gerichte aus der griechischen Auswahl. Natürlich bekamen wir den selben Salat. Eine Mischung aus Möhre, weisse Bohnen, Kohl, Radiccio und frischer Grüner Salat. Dazu gab es ein Balsamico-Dressing, sehr dünn und darunter einen Klecks Tzatziki. Auch wir haben schon besseren Salat gegessen, aber auch schlechteren. Hier rangieren wir im Mittelfeld.

Auch Brot gab es zum Essen, dies war auf der Karte vermerkt. Der Hinweis bei einem Gericht, dass dazu kein Brot gewünscht ist, wurde mit „bringe sowieso für den ganzen Tisch“ übergangen. Das wäre nicht weiter schlimm gewesen, wenn es ein selbst gebackenes Brot aus der eigenen Küche gewesen wäre. Statt dessen gab es Baguette vom Industrie- oder Aufbäcker.

Unser beider Gericht war fast gleich. Lammhaxe, auf der Karte stand nur Lamm, die Haxe wurde vom Kellner ergänzt, geschmort. Ein mal mit grünen Bohnen, ein mal mit Aubergine und Schafskäse. Die Haxe war in der Tat geschmort, sehr gut sogar. Das Fleisch fiel direkt vom Knochen ab. Gewürzt war sie gut, die Sosse dazu war recht dünn, also wohl der Schmorfond. Jedoch schmeckte er leicht nach Brühwürfel.

Die Aubergine mit Schafskäse, eine halbe Aubergine, im Ofen geröstet mit Tomaten-Zwiebel-Paprika-Gemüse und mit einer grossen Scheibe Schafskäse überbacken. Die Combo schmeckt lecker, hätte aber etwas kräftiger gewürzt sein können. Unter den grünen Bohnen hätte ich mir gekochte grüne Bohnen vorgestellt. Doch sie waren lange mit Paprika, Zwiebeln, Möhren und Zucchini geschmort. Dadurch waren sie entsprechende weich, allerdings auch sehr lecker.

Auf beiden Tellern fanden wir eine je eine große Rose Brokkoli und Blumenkohl. Beides war zu viel und hätte zur Verbesserung der Unternehmenskasse auch wegbleiben können. Gegessen wird diese reine Deko wohl meist nicht.

Bei der Auswahl der Gerichte hatten wir gegenüber unseren Eltern die bessere Wahl und würden dies auch wieder bestellen.

Alle Gerichte kosteten als Mittagstisch unter zehn Euro. Ich glaube sogar genau 8,90. Direkt gegenüber vom Dom kann man hier nicht meckern. Ausser, man hat meine Eltern dabei. Aber wie schon gesagt, die sind sowieso ein Grauss für die Gastronomie.