Ritsurin Garden in Takamatsu, Japan

Botanische Gärten und Parks gehören zu den Dingen, die für mich Städte lebens- und liebenswert machen, Was wäre New York ohne den Central Park, London ohne den Hyde Park, Singapur ohne die Gardens by the Bay und die Botanic Gardens? Umso mehr hat es mich begeistert, dass ich im vergangenen Herbst auf einer Reise nach Shikoku die Gelegenheit erhielt, mir einen der ältesten klassischen Gärten / Parks Japans anzusehen, den Ritsurin Garden in Takamatsu in der Provinz Kagawa.

Um 1625 wurde damit begonnen, das Gelände am der Flanke des Mount Shiun in einen Park zu verwandeln, und rund 100 Jahre vergingen, bis der Garten vollständig fertiggestellt war.  Der Matsudaira-Clan hatte hier 228 Jahre lang seinen Sitz; erst seit 1875 ist das Gelände öffentlich zugänglich.

Das Gelände des  Ritsurin Koen (栗林公園) umfaßt rund 75 Hektar rund um den Mount Shiun, von denen etwa 16 Hektar als Park erschlossen sind.

Der klassische japanische Garten hat im Green Guide des Michelin-Reiseführers drei Sterne als Auszeichnung erhalten, und gehört bereits seit 1953 zu von der japanischen Regierung unter Schutz gestellten „Orten besonderer landschaftlicher Schönheit“.  Und tatsächlich möchte man hier einfach verweilen und die Anmut dieses Ortes genießen.

Etwa 1400 alte Kiefern stehen im Park, 1000 davon werden täglich liebevoll von einem Gärtner gepflegt. Alle Gärtner haben ihnen persönlich zugeordnete Kiefern, die mit der entsprechenden Hingabe gehütet und gepflegt werden.

Ich erfreue mich am Anblick der kunstvoll in Bonsai-Technik verzwirbelten Kiefern ebenso wie an dem Murmeln eines Wasserfalls, oder der Ruhe im Zen-Gärtchen vor dem Teehaus des Parks, in dem man auch Tee trinken und eine traditionelle Teezeremonie erleben kann.

Man kann gemütlich zwischen jahrhundertealten Bäumen spazieren, einen natürlichen Wasserfall bestaunen. die Vielfalt der blühenden Pflanzen genießen, den Koi beim Plätschern in einem der Kanäle und Teiche zuschauen, und an jeder Ecke gleichzeitig Historie entdecken, wie bei dieser alten Eiche, bei der man kaum glauben mag, dass sie ihr Dasein vor über 180 Jahren einmal als Bonsai begonnen hat.

Eine andere Attraktion sind Bootsfahrten über die gewundenen Kanäle, mit einem traditionellen alten Holzboot.

Die Website Visit Kagawa bietet auf Englisch einige Informationen zum Ritsurin Garden an, besonders hilfreich ist hier der Übersichtsplan des Parks (PDF zum Download), anhand dessen man sich schon einmal einen Eindruck der Pfade und Attraktionen verschaffen kann. Natürlich kann man auch an einer Führung durch den Garten teilnehmen, und so manches interessante historische Detail erfahren. Am schönsten ist es aber für mich, so ein Gelände selbst zu erkunden und Dinge ganz spontan zu entdecken.

Und der krönende Abschluß ist ein Blick vom Aussichtspunkt über dem südlichen See, dem Hiraiho.  Der Ritsurin Garden setzt die Technik der „borrowed scenery“ oder shakkei nahezu perfekt um. Dabei wird der „Hintergrund“ einer Landschaft als bewusstes gestalterisches Element in der Gartenarchitektur umgesetzt, ausgehend meist von einem festen Blickpunkt, der hier eben der Hiraiho-Aussichtspunkt ist, von dem aus man die geschwungene Brücke mit ihrer perfekten Spiegelung optimal sehen und das „Landschaftsgemälde“ genießen kann.

Leider war unser Stopp hier viel zu kurz – zu gern hätte ich auch die anderen Abschnitte des Parks noch erkundet. Also, wenn ihr den Park besucht: bringt etwas Zeit mit. Es lohnt sich.

Ritsurin Garden

ganzjährig geöffnet, mit saisonal unterschiedlichen Öffnungszeiten
Eintrittspreis: ¥410 (Stand April 2019)

Mehr Info bei Visit Kagawa: Ritsurin.

1-20-16 Ritsurincho, Takamatsu 760-0073, Kagawa Prefecture

JAPAN


TRANSPARENZHINWEIS

Ich war auf Einladung von ANA All Nippon Airways und Tourism Shikoku in Japan. Sämtliche Reisekosten wurden von ANA bzw. der japanischen Behörde für Tourismusförderung getragen. Auf meine Berichterstattung wurde von keiner Seite aus Einfluss genommen. Dafür standen uns unsere Reisebegleiter, insbesondere Masayo Kotoge und Naoko Yozai, stets sehr liebevoll und fürsorglich zur Seite, und haben alles getan, uns den Aufenthalt so angenehm und reibungslos wie möglich zu gestalten. Alle Bilder, Texte und ggf, Videos in meiner Berichterstattung sind meine, ebenso alle Fehler. Ich bedanke mich ganz herzlich für eine tolle Zeit und die Unterstützung!

2 thoughts on “Ritsurin Garden in Takamatsu, Japan

Kommentare sind geschlossen